Veröffentlicht 22. Mai 2026

Englische Phrasal Verbs nach Thema: 40 Verben mit Beispielen

Du kannst “leave” und “go” — aber dann sagt jemand “I’ll get back to you” oder “let’s catch up”, und der Satz wirkt plötzlich kryptisch.

Warum Phrasal Verbs zählen

Phrasal Verbs sind Verben aus zwei oder drei Teilen — meist Verb plus Präposition oder Adverb. “Pick up”, “look after”, “put off” sind Beispiele. Die Bedeutung ist fast nie aus den einzelnen Wörtern ableitbar. “Pick up” hat mit Aufnehmen oder Lernen wenig zu tun, wenn jemand sagt “I picked up some Italian on holiday”.

Englische Muttersprachler bevorzugen Phrasal Verbs in alltäglicher Sprache. Statt “to investigate” sagen sie “to look into”. Statt “to postpone” “to put off”. Statt “to support someone” “to back someone up”. Wenn du in deinen englischen Sätzen ständig die formelle, lateinische Variante benutzt, klingst du wie ein Lehrbuch — verständlich, aber unnatürlich.

Für Deutschsprachige sind Phrasal Verbs besonders heikel, weil das Deutsche zwar trennbare Verben kennt (aufstehen, zumachen, anrufen), aber das System der englischen Phrasal Verbs anders funktioniert. Du kannst sie nicht eins zu eins übertragen.

Warum Phrasal Verbs für Deutschsprachige besonders schwer sind

Drei Gründe stechen hervor:

Erstens: viele Phrasal Verbs haben mehrere, sehr unterschiedliche Bedeutungen. “Take off” kann heißen, dass ein Flugzeug startet, dass jemand Kleidung auszieht, oder dass ein Geschäft erfolgreich wird (“the business really took off”). Welche Bedeutung gerade gilt, erschließt sich nur aus dem Kontext.

Zweitens: die Stellung des Objekts wechselt. Bei trennbaren Phrasal Verbs kannst du sagen “turn off the light” oder “turn the light off”. Bei einem Pronomen muss es aber “turn it off” sein — “turn off it” geht nicht. Bei untrennbaren (“look after the kids”) darfst du nichts dazwischen schieben.

Drittens: viele Phrasal Verbs sind in falsche Freunde-Fallen. “Get over” heißt nicht “überqueren”, sondern “etwas überwinden”. “Put on” für Kleidung ist nicht “anziehen” im Sinne von magnetisch anziehen, sondern Kleidung anlegen.

In diesem Artikel sortieren wir 40 hochfrequente Phrasal Verbs nach Lebensbereich.

Arbeit

  1. Take on — übernehmen (Aufgabe, Mitarbeiter, Verantwortung). We took on three new projects this quarter.
  2. Carry out — durchführen. We carried out a survey last week.
  3. Deal with — sich befassen mit, klären. I’ll deal with the complaint tomorrow.
  4. Look into — untersuchen. Can you look into this issue?
  5. Set up — einrichten, aufbauen. We set up a meeting for Friday.
  6. Go over — durchgehen, prüfen. Let’s go over the numbers.
  7. Catch up — aufholen, sich austauschen. I need to catch up on emails. / Let’s catch up over coffee.
  8. Lay off — entlassen (aus betrieblichen Gründen). They laid off 200 employees.
  9. Hand in — abgeben (Bericht, Kündigung). I handed in my notice yesterday.
  10. Run by — kurz absprechen. Let me run this by my boss.

Reisen

  1. Check in / check out — einchecken / auschecken. We checked in at 3 PM.
  2. Take off — abheben (Flugzeug). The plane takes off at 6.
  3. Get in — ankommen. What time does your train get in?
  4. Set off — losfahren, aufbrechen. We set off at dawn.
  5. Stop over — Zwischenstopp machen. We stopped over in Reykjavik.
  6. Get around — sich fortbewegen, herumkommen. It’s easy to get around the city by metro.
  7. Pick up — abholen. Can you pick me up at the airport?
  8. Drop off — absetzen. Drop me off at the corner.
  9. Look around — sich umsehen. We looked around the museum for two hours.
  10. Run out of — etwas aufbrauchen. We ran out of petrol on the highway.

Alltag

  1. Get up — aufstehen. I get up at 7.
  2. Wake up — aufwachen. She wakes up early.
  3. Put on — anziehen, einschalten. Put on your jacket. / Put on some music.
  4. Take off — ausziehen. Take off your shoes at the door.
  5. Turn on / turn off — einschalten / ausschalten. Turn off the lights.
  6. Throw away — wegwerfen. Don’t throw that away.
  7. Wash up — abspülen (UK), sich waschen (US). I’ll wash up after dinner.
  8. Pick up — aufheben, abholen, aufschnappen. Pick up the toys. / I picked up some French.
  9. Run into — zufällig treffen. I ran into my old teacher today.
  10. Look forward to — sich freuen auf. I’m looking forward to the weekend.

Beziehungen

  1. Get along — sich gut verstehen. We get along really well.
  2. Fall out — sich zerstreiten. They fell out over money.
  3. Make up — sich versöhnen. They argued, then made up.
  4. Break up — Schluss machen. We broke up after two years.
  5. Hit it off — sich auf Anhieb verstehen. We hit it off immediately.
  6. Ask out — um ein Date bitten. He asked her out for coffee.
  7. Settle down — sesshaft werden. They want to settle down and start a family.
  8. Grow apart — sich auseinanderleben. We just grew apart over the years.
  9. Stand up for — sich einsetzen für. Stand up for what you believe in.
  10. Put up with — etwas ertragen. I can’t put up with the noise anymore.

Trennbar oder untrennbar?

Wenn du nur eine Sache zu Phrasal Verbs lernst, dann diese.

Trennbare Phrasal Verbs können das Objekt zwischen Verb und Partikel nehmen.

Untrennbare Phrasal Verbs lassen das nicht zu.

Es gibt keine einfache Regel, welches Phrasal Verb trennbar ist. Du musst es dir merken. Gute Wörterbücher (Cambridge, Oxford) markieren das.

Dreiteilige Phrasal Verbs

Manche Phrasal Verbs haben drei Teile. Diese sind immer untrennbar.

Falsche Freunde unter Phrasal Verbs

Get on heißt NICHT “draufkommen” wie ins Auto steigen mit dem Sinn “hineinsteigen”. Bei einem Bus, Zug, Flugzeug oder Fahrrad benutzt du tatsächlich “get on” — also einsteigen. Bei einem Auto sagst du aber “get into” oder einfach “get in”.

Look out! heißt “Pass auf!”, nicht “Schau raus”.

Put up heißt nicht “aufstellen” im Sinne von einer Liste schreiben. Es bedeutet, etwas physisch aufzuhängen oder zu bauen (“put up a tent”, “put up a poster”) oder jemanden bei sich unterbringen (“can you put me up for the night?”).

Take in heißt nicht “innehalten”. Es bedeutet “verstehen” oder “absorbieren” (“I need a minute to take it all in”) oder “kürzer machen” (“I had the dress taken in”).

Häufige Fehler

Du benutzt das lateinische Synonym, wenn es Phrasal Verbs gibt. “Investigate the issue” ist nicht falsch, aber “look into the issue” klingt natürlicher in einer E-Mail. Versuche, bei lockeren Texten zuerst nach dem Phrasal Verb zu greifen.

Du trennst untrennbare Verben oder schiebst Pronomen falsch. Wenn du unsicher bist, lass das Objekt direkt nach dem ganzen Phrasal Verb stehen — bei langen Objekten ist das auch im Englischen die natürlichere Variante.

Du übersetzt deutsche trennbare Verben direkt. “Aufstehen” ist NICHT “stand up” im Sinne von “morgens aus dem Bett kommen” — das ist “get up”. “Stand up” heißt “sich erheben” (aus sitzender Position).

Du lernst Phrasal Verbs aus alphabetischen Listen. Eine Liste mit hundert Phrasal Verbs nach “A, B, C” sortiert ist unfassbar uneffektiv. Lerne sie nach Thema (wie in diesem Artikel) oder besser noch im Kontext echter Sätze.

Du fragst nicht nach. Wenn du in einem Gespräch ein Phrasal Verb nicht verstehst, ist es absolut okay zu sagen “What does X mean?” Muttersprachler vergessen oft, dass diese Konstruktionen tückisch sind.

Wie Clue beim Lernen von Phrasal Verbs hilft

Clue ist eine kostenlose iOS-App, mit der du Englisch aus echten Podcasts, Büchern und YouTube-Videos lernst. Phrasal Verbs sind genau die Art von Konstruktion, die du am besten im Fluss eines echten Texts lernst — du tippst “got over” an, siehst die Bedeutung und das umgebende Beispiel, und dein Gehirn verknüpft das Idiom mit dem Kontext, in dem es vorkam. Das funktioniert viel besser als Karteikarten mit “look up = nachschlagen”.

FAQ

Wie viele Phrasal Verbs muss ich lernen? Etwa 100 bis 200 hochfrequente. Mehr lohnt sich kaum aktiv. Passiv erkennst du dann hunderte weitere, weil du das Muster verstanden hast.

Soll ich Phrasal Verbs in formellen E-Mails benutzen? Manche ja, manche nein. “Set up a meeting” ist neutral. “Catch up later” ist informell. Wenn du unsicher bist, nimm das lateinische Verb (“arrange”, “discuss”).

Warum klingt mein Englisch trotz Wortschatz so steif? Wahrscheinlich, weil du Phrasal Verbs meidest und stattdessen einsilbige formelle Verben benutzt. “I will commence” wirkt steif. “I’ll get started” klingt natürlich.

Wie erkenne ich, ob ein Phrasal Verb trennbar ist? Im guten Wörterbuch ist es markiert. Faustregel: wenn du mit einem langen Objekt zögerst, wo es hingehört, ist es meist trennbar — und mit langem Objekt klingt es natürlicher, das Objekt nach hinten zu stellen (“turn off all the lights in the kitchen”).

Gibt es Phrasal Verbs, die nur britisch oder amerikanisch sind? Ja, einige. “Hoover up” (UK, staubsaugen) gibt es in den USA nicht. “Pony up” (US, zahlen) ist im UK ungewöhnlich. Im Zweifel kennen aber gebildete Sprecher beide Varianten.

Wie merke ich mir Phrasal Verbs am besten? Im Kontext, mit Wiederholung. Schreibe nicht “look up = nachschlagen” auf, sondern “I had to look up the word in the dictionary.” Sätze sitzen besser als isolierte Vokabeln.

Sind Phrasal Verbs in Prüfungen erlaubt? In Cambridge- und IELTS-Prüfungen ja, sie zeigen sogar Sprachgefühl. In Vorstellungsgesprächen ja, sparsam dosiert.

Abschluss

Phrasal Verbs sind nicht das Bonbon obendrauf, sondern das Bindemittel der englischen Alltagssprache. Such dir aus diesem Artikel zehn Phrasal Verbs aus den Bereichen Arbeit oder Alltag aus — solche, die du oft in deinem Leben brauchen würdest. Schreibe für jedes drei Sätze aus deinem eigenen Alltag. In der nächsten Woche achtest du beim Hören englischer Inhalte darauf, wann sie vorkommen. Nach einem Monat sitzen die ersten zehn. Dann nimmst du dir die nächsten zehn vor. Nach einem halben Jahr klingt dein Englisch automatisch weniger förmlich und mehr wie das echter Sprecher.

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