Veröffentlicht 22. Mai 2026

Business Englisch: was du wirklich brauchst (mit Vorlagen)

Du verstehst dein Schulenglisch, aber in der nächsten Conference Call mit Kollegen aus London oder New York verstummst du. Genau hier setzt Business Englisch an.

Warum Business Englisch zählt

Business Englisch ist kein eigenes Englisch. Es ist normales Englisch in beruflichen Situationen — mit eigenem Wortschatz, eigenen Höflichkeitsregeln und eigenen ungeschriebenen Erwartungen. Wenn du gut Englisch sprichst, aber in Meetings nie zu Wort kommst oder in E-Mails immer zu direkt klingst, liegt das nicht an deinem Englisch generell, sondern am Geschäftsregister.

In diesem Artikel gehen wir durch die wichtigsten Situationen: E-Mails (formell und informell), Meetings, Präsentationen, Telefonate, den englischen Lebenslauf, das Vorstellungsgespräch und Small Talk bei der Arbeit. Du bekommst Phrasen, die du sofort einsetzen kannst.

E-Mails: formell

Englische Geschäfts-E-Mails sind kürzer, freundlicher und direkter als deutsche. Sie haben aber feste Bausteine.

Anrede

Erster Satz — geht direkt zum Thema, kein langes Drumherum.

Hauptteil — kurz halten. Ein bis drei Absätze.

Bitten und Anfragen

Verbindlichkeiten

Schluss

Grußformel

E-Mails: informell

Mit Kollegen, die du gut kennst, ist der Ton viel lockerer.

Anrede

Erster Satz — kurzes Hallo, dann Sache.

Lockerere Bitten

Schluss

Meetings

In Meetings gibt es eine Choreografie. Wenn du die Phrasen kennst, fühlst du dich sofort sicherer.

Anfang

Tagesordnung anbinden

Wort ergreifen

Eine Meinung äußern

Zustimmen / nicht zustimmen

Klären

Abschluss

Präsentationen

Eine englische Präsentation hat eine klarere Struktur als die meisten deutschen. Sie folgt fast immer dem Schema: hook → outline → content → recap.

Einstieg

Roadmap

Übergänge zwischen Folien

Daten zeigen

Empfehlungen aussprechen

Abschluss

Telefonate

Englische Geschäftstelefonate sind oft schwerer als Meetings, weil Gestik und Mimik fehlen.

Anruf annehmen

Anruf einleiten

Weiterverbinden

Wenn die Person nicht da ist

Klären, wenn du nicht verstehst

Abschluss

Lebenslauf auf Englisch (CV / Resume)

Achtung: in Großbritannien heißt das Dokument CV, in den USA Resume. Inhaltlich ähnlich, aber:

Bausteine

Action Verbs, die in jeder Bullet stehen sollten led, managed, developed, implemented, designed, built, launched, increased, reduced, improved, coordinated, negotiated

Statt: Was responsible for sales. Besser: Led a team of 5 sales reps; grew revenue by 32% YoY.

Pro Position

Vorstellungsgespräch

Englische Vorstellungsgespräche sind in der Tonalität wärmer als deutsche, in den Erwartungen aber direkter. Du sollst deine Erfolge selbstbewusst formulieren — das ist nicht arrogant, sondern erwartet.

Klassische Fragen und gute Antworten

“Tell me about yourself.” Nicht die Lebensgeschichte. Eine 90-Sekunden-Antwort: Was machst du jetzt, was hast du vorher gemacht, warum bist du hier.

“What are your strengths?” Drei Stärken mit Beispielen. Nicht abstrakt.

“What is your biggest weakness?” Vermeide Klischees (“I’m a perfectionist”). Sag eine echte Schwäche, dann was du dagegen tust.

“Where do you see yourself in five years?” Konkret, aber flexibel.

“Why are you leaving your current job?” Nie schlecht über den Ex-Arbeitgeber sprechen.

“Do you have any questions for us?” Immer drei Fragen vorbereiten. Niemals “nein”.

Small Talk bei der Arbeit

In englischsprachigen Kulturen ist Small Talk kein Zeitfresser, sondern professionelle Höflichkeit. In den ersten Minuten eines Meetings, in der Teeküche, im Aufzug — du sollst kurz interagieren.

Sichere Themen

Themen, die du anfangs vermeiden solltest

Phrasen für die ersten Sekunden

Phrasen für den Übergang zur Sache

Häufige Fehler

Du übersetzt deutsche Direktheit eins zu eins. “Send me the document” klingt für deutsche Ohren normal, für englische schroff. Sag “Could you send me the document, please?” oder “Would you mind sending me the document?”

Du schreibst zu lange E-Mails. Drei Absätze sind die Obergrenze. Wenn du mehr brauchst, vereinbare einen Call.

Du benutzt veraltete Floskeln. “Please do not hesitate to contact me” liest sich heute steif. “Let me know if you have questions” ist moderner.

Du benutzt zu viele Phrasal Verbs oder Idioms im Geschäftskontext. Mit Muttersprachlern okay, mit Nicht-Muttersprachlern in internationalen Teams besser klar und einfach.

Du verwechselst “I look forward to” mit “I’m looking forward to”. Beide sind richtig. “I look forward to” ist formeller. Looking forward to + ing (Looking forward to seeing you) — NICHT looking forward to see you.

Du beendest jede E-Mail mit “Sincerely yours”. In UK ist das altmodisch, in den USA okay aber selten. Standard ist heute “Best regards” oder einfach “Best”.

Wie Clue beim Business Englisch hilft

Clue ist eine kostenlose iOS-App, mit der du Englisch aus echten Inhalten lernst. Höre dir Podcasts wie HBR IdeaCast, How I Built This oder The Indicator an und tippe auf jedes unklare Wort, um die deutsche Übersetzung mit Beispiel zu sehen. Genau diese Podcasts benutzen den Wortschatz und die Phrasen, die in echten englischen Meetings und E-Mails vorkommen — du baust deinen Wortschatz parallel zu deinem realen Berufsalltag auf, ohne ein Kursbuch durchzuarbeiten.

FAQ

Welches Niveau brauche ich für Business Englisch? Ein solides B2 reicht für die meisten internationalen Jobs. C1 wenn du Verhandlungen oder Präsentationen vor Senior Management hältst.

Lohnt sich ein Business-English-Zertifikat? Cambridge BEC und LCCI sind anerkannt. Für die meisten Stellen reichen aber praktische Erfahrung und ein gutes CV. Zertifikate sind eher nice-to-have als Pflicht.

Soll ich amerikanisches oder britisches Business Englisch lernen? Hängt vom Markt ab. In Deutschland eher britisch, in der Tech-Branche eher amerikanisch. In internationalen Teams mischst du ohnehin.

Wie übe ich Business Englisch, wenn ich es im Job nicht benutze? Höre Wirtschafts-Podcasts (HBR, FT, The Indicator, Planet Money), lies The Economist oder Financial Times, schreibe Übungs-E-Mails an dich selbst auf Englisch und lass sie von einer KI prüfen.

Sind Geschäfts-Idioms wichtig? Sie helfen, sind aber kein Muss. Wichtiger sind klare Kollokationen (“address an issue”, “make a decision”, “reach an agreement”).

Wie lange dauert es, Business Englisch zu lernen? Mit zwei bis drei Stunden pro Woche dezidiertem Üben kommst du in drei bis sechs Monaten von “ich verstehe” auf “ich produziere souverän”.

Lohnt sich ein Business-English-Trainer? Wenn du wenig Gelegenheit hast, mit Muttersprachlern zu arbeiten, ja. Ein Sparringspartner für E-Mails und Präsentationen beschleunigt deinen Fortschritt enorm.

Abschluss

Business Englisch ist Handwerk. Du brauchst keinen MBA-Wortschatz, sondern saubere E-Mail-Vorlagen, ein paar Meeting-Phrasen und das Selbstvertrauen, in Calls den Mund aufzumachen. Such dir aus diesem Artikel eine Situation aus, in der du dich gerade unsicher fühlst — sei es ein Meeting, eine E-Mail oder ein Vorstellungsgespräch. Schreib dir die zehn Phrasen daraus auf ein Blatt und nimm sie beim nächsten Mal mit. Nach drei Wiederholungen sind sie verinnerlicht. Dann nimmst du dir die nächste Situation vor.

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